Knaller-Comeback für Joachim Fuchsberger, Riesenspaß für ein Hammer-Ensemble, Kalkofe, Welke und mich!

Blu-ray Neues vom Wixxer

Info

    • Genre Komödie
    • Regie Cyrill Boss, Philipp Stennert
    • Cast Joachim Fuchsberger, Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe
    • Laufzeit 98 min.
    • FSK ab 6 Jahre
    • Verleih Constantin

portfolio_film_neues-vom-wixxer_stills_02

Neues vom Wixxer ist wieder ein Ensemble-Film – also brauchen unsere zehn Hauptfiguren genug Spielraum. Dennoch haben wir die Rollen von Long und Longer klarer gezeichnet als im ersten Teil Der Wixxer. Wir haben gemerkt, dass die Zuschauer den Inspektoren folgen, weil die nun mal den Fall zusammenhalten. Daher haben wir Even und Very mehr gemeinsam erleben lassen. Mit der Humorfarbe sind wir beim ersten Film genauso zufrieden wie beim zweiten. Wir haben uns diesmal einen übersichtlicheren Krimiplot geschaffen. Der Wixxer droht eine Reihe von Morden an. Und wir müssen ganz schnell klären, wer diese Personen sind und wie wir sie schützen können…

portfolio_film_neues-vom-wixxer_stills_02

Neues vom Wixxer ist wieder ein Ensemble-Film – also brauchen unsere zehn Hauptfiguren genug Spielraum. Dennoch haben wir die Rollen von Long und Longer klarer gezeichnet als im ersten Teil Der Wixxer. Wir haben gemerkt, dass die Zuschauer den Inspektoren folgen, weil die nun mal den Fall zusammenhalten. Daher haben wir Even und Very mehr gemeinsam erleben lassen. Mit der Humorfarbe sind wir beim ersten Film genauso zufrieden wie beim zweiten. Wir haben uns diesmal einen übersichtlicheren Krimiplot geschaffen. Der Wixxer droht eine Reihe von Morden an. Und wir müssen ganz schnell klären, wer diese Personen sind und wie wir sie schützen können…

Neues vom WiXXer

London, eine ganze Weile vor unserer Zeit: Man könnte meinen, es sei das London des Edgar Wallace. Aber der hat mit diesem Film gar nichts zu tun. Oder etwa doch? Das Pfund ist noch ein Pfund wert und das Gasthaus an der Themse kein überteuerter Sushi-Japaner. Es gibt bisher weder Yogaschulen noch Ökoläden in Notting Hill. Selbst die Queen schaut nicht so vergrätzt drein wie heute, sondern lächelt heiter, wie auf den Teetassen in den Andenkenläden. Dabei ist das Leben echt gefährlich: Denn während der Nebel durch die Gassen der Metropole wabert, lauern dort schwere Jungs ihren Opfern auf. Wenn sie sich nicht gerade mit leichten Mädchen in düsteren Spelunken vergnügen, in denen es übrigens mindestens genauso neblig ist wie draußen. Ein Rauchverbot in Pubs ist schließlich noch fern.

Dieses London ist das London von Inspector Very Long (Bastian Pastewka) und Chiefinspector Even Longer (Oliver Kalkofe). Und das ist auch gut so. Ohne sie nämlich gäbe es in der Stadt vermutlich jede Menge Hexer, Zinker und Grüne Bogenschützen. So aber ist alles halb so schlimm, auch wenn das schon schlimm genug ist. Es ist eben alles relativ. Jedenfalls: Seit die beiden Superhelden von Scotland Yard vor drei Jahren den Wixxer zur Strecke brachten, gibt sich der Adel hinter efeubewachsenen Mauern wieder etwas entspannter dem süßen Nichtstun hin. Brave Bürger fahren ganz angstfrei auf der falschen Seite Auto. Und selbst der kleine David Beckham mag endlich wieder raus zum Fußballspielen. Statt sich im Kinderzimmer zu verkriechen und Barbiepuppen zu frisieren. Niemand glaubt, dass die Gefahr, den Porridgelöffel vorzeitig abgeben zu müssen, jemals wieder dramatisch steigen könnte.

Doch das Idyll ist trügerisch! Und es findet sein jähes Ende als Very Long und Even Longer eine grausame Botschaft erhalten: Es gibt Neues vom Wixxer! Genau genommen eine Todesliste, auf der sich einige ihnen wohlbekannte Namen finden. Der von Inspector Very Long beispielsweise, was für sich genommen schon ein dicker Hund wäre. Gäbe es da nicht noch einen wesentlich dickeren: Auch dem jungen Leben der schönen Victoria Dickham (Christiane Paul) droht der neue Wixxer ein vorzeitiges Ende zu setzen. Und das geht nun wirklich gar nicht!

Victoria ist nicht nur die Tochter von Lord Dickham (Joachim Fuchsberger), dem legendären Ex-Chef von Scotland Yard, sondern auch die Frau, an die Even Longer sein großes Herz verloren hat.

Joachim Fuchsberger: „Meine Tochter auf der Todesliste des Wixxers?

Nicht, dass er es im Moment so dringend bräuchte. Viel nützlicher sind in dieser dramatischen Situation kriminalistischer Scharfsinn, Kombinationsgabe – und natürlich Mut.

Joachim Fuchsberger: „Halten Sie mich wirklich für einen Trottel?

Denn der Wixxer beweist Long und Longer schnell, dass seine Todesliste kein dummer Scherz ist. Der scharfe Eddie (Martin Semmelrogge) – ein windiger Informant aus der Ganovenszene – beißt ins Gras, als er den Inspektoren den entscheidenden Hinweis zur Identität des Wixxers geben will.

Oliver Kalkofe mit Martin Semmelrogge und Bastian Pastewka: „Wie immer zu spät Eddie!

Und nur Momente später fliegen auch ihnen mehr Pfeile um die Ohren, als die Apachen je auf John Wayne abgeschossen haben. Spätestens jetzt wissen unsere beiden Helden: Es geht um Leben und Tod. Und der neue Wixxer ist garantiert ein Anderer, als alle vermuten. Sie übrigens inbegriffen.

Um wenigstens das zu verstehen müssen Even Longer und Very Long unter anderem folgende Fragen klären: Strebt der Irrenarzt Alfons Hatler (Christoph Maria Herbst) nach der Weltherrschaft? Oder doch nur nach einer Gesangskarriere in Las Vegas? Ist Schwester Lucipha (JUDY WINTER) eine schwarze Äbtissin, oder guckt sie einfach nur böse?

Weiß Evens Bruder Much Longer (Christian Tramitz) ausnahmsweise einmal mehr als gar nichts? Und: Sollte sich ein Gentleman den Rücken enthaaren lassen? Das ist deutlich mehr, als man in 90 atemberaubenden Minuten klären kann…

Die Lage ist ernst, die Zeit wird knapp! Nur 24 Stunden bleiben Longer und Long, den Wixxer zu enttarnen, weshalb sie sich auch ohne längere Teepause an die Arbeit machen. Gewohnt rat- und tatenlos zur Seite steht ihnen dabei ihr Chef Sir John (Wolfgang Völz).

Natürlich auch wieder mit von der Partie ist der kluge Yard-Pathologe Dr. Brinkman (Oliver Welke) – der aber meist anderweitig beschäftigt ist. So gestaltet sich die Jagd wie die berüchtigte Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Nur sehr viel schwieriger…

Neues vom Wixxer hat alles, was ein Film braucht: Knisternde Spannung, tollkühne Action, atemlose Spannung, schöne Männer, noch schönere Frauen und prickelnde, tabulose Erotik. Dazu jede Menge gnadenlosen schwarzen Humors. Und meistens sogar Farbe. Er zeigt ein London, über das selbst langjährige Londoner staunen werden und bewegt den Zuschauer noch lange nach dem Abspann. Seine Geschichte könnte direkt aus der Feder von Edgar Wallace stammen. Stammt sie aber nicht. Zumindest hat sie einige längere Umwege hinter sich. Genau so jedenfalls hätte sich wohl auch Edgar Wallace die Verfilmung seiner Romane vorgestellt. Aber den hat ja auch diesmal wieder niemand gefragt…

Darsteller

  • Oliver Kalkofe Even Longer / Pickeliger Teenager
  • Bastian Pastewka Very Long / Roseninder / Onanierender Otter
  • Joachim Fuchsberger Lord Dickham
  • Christiane Paul Victoria Dickham
  • Christoph Maria Herbst Dr. Alfons Hatler
  • Wolfgang Völz Sir John
  • Sonja Kirchberger Lady Dickham
  • Judy Winter Schwester Lucipha
  • Christian Tramitz Much Longer
  • Oliver Welke Dr. Brinkman
  • Chris Howland Butler Hudson
  • Lars Rudolph Chucky Norris
  • Michal Grün Wixxer
  • Martin Semmelrogge Der scharfe Eddie
  • Thomas Heinze Rather Short
  • Michael Kessler Bobby
  • Ingrid van Bergen Bedienung
  • Achim Mentzel Anstaltsinsasse
  • Roger Willemsen Himself
  • Frank Zander Fred Fartwind
  • Joy Fleming Cookie Dent
  • Roberto Blanco Puppenspieler
  • Bernd Clüver Junge mit der Mundharmonika
  • Jan Hofer Hofberichterstatter
  • Hella von Sinnen Schwester Stephanie
  • Helmut Krauss Edgar Wallace sein Nachbar (voice)
  • Cyrill Boss Sanitäter (uncredited)
  • Philipp Stennert Sanitäter (uncredited)
  • Suggs Sänger (uncredited)

Einige Personen und ihre Darsteller

Der Cast von Neues vom Wixxer ist erneut eine hochkarätige Mischung aus Deutschlands Top-Comedians und „richtigen“ Schauspielern. Zusätzlich gewürzt wird sie durch Cameo-Auftritte zahlreicher aus Funk, Fernsehen und Yellow Press bekannter Persönlichkeiten des Unterhaltungsgewerbes. So ist beispielsweise der im Sendegebiet des MDR weltberühmte Achim Mentzel endlich einmal ungeschminkt so zu sehen, wie Kalkofe ihn in seiner berüchtigten Mattscheibe jahrelang beschrieben hat. Ein veritables All Star-Team also, das vom 26. April bis 22. Juni 2006 völlig hilflos Mückenplagen ausgesetzt war, komplette Drehtage in der Wanne verbrachte und überhaupt täglich alles gab für einen großen Film. Einige der Protagonisten sind hier stellvertretend vorzustellen, und zwar in Bild und Ton, wie es sich gehört. Viel Spaß!

portfolio_film_neues-vom-wixxer_interview-bp_05

Very Long war zu Beginn des ersten Teils ein Neuling, der zwar als Bester die Polizeischule verlassen hat, aber den Chief-Inspector mit seiner übertriebenen Freundlichkeit und Harmoniesucht gewaltig nervt. Die zwei mussten sich aneinander gewöhnen. Very ist ein guter Polizist, immer höflich, erschreckend gut gelaunt und er weiß bereits nur zu gut, dass seinem launischen Chief mitunter das Fingerspitzengefühl fehlt. Und genau in dem Punkt steht er ihm jetzt zur Seite: Er zeigt Even, dass man auch mal mit einem Lächeln eine Situation entkrampfen kann, dass ein angenehmes Äußeres kein Zeichen von Schwäche ist.

Very ist eben ein Perfektionist, der auf Etikette achtet und sich einen genauso perfekten Chief Inspector an seiner Seite wünscht. Even aber ist ein Einzelkämpfer, ein Mann der Tat, nicht des Wortes, und daher knallt es hin und wieder zwischen Very und Even. Doch Very hat diesmal noch ein anderes Problem: Der neue Wixxer hat ihn auf seine Todesliste gesetzt. Schon am nächsten Morgen soll Very nicht mehr leben. Das ist für den routinierten Inspector natürlich ein Schock. Doch er muss sich selbst helfen, denn Even kann ihn nicht rund um die Uhr beschützen, weil auch die Frau, die er liebt, die junge Adelige Victoria Dickham, auf der Todesliste steht. Very muss diesmal um sein Leben, aber auch um den Respekt seines Chefs kämpfen – und speziell letzteres fällt ihm natürlich extrem schwer…

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_inspector-even-longer

Oliver Welke: Even Longer hat als Figur im ersten Film schon funktioniert, war aber durchgehend negativ. Vom Leben gebeutelt, von allen genervt, fand er alles Scheiße. Wir dachten: Der braucht dringend eine sympathischere Komponente: die Liebesgeschichte, die eine wärmere Seite zeigt, Das ist wichtig; auch in einer Komödie muss das Publikum mit den Figuren mitfühlen können.

Christiane Paul: Victoria Dickham glaubt, Even Longer unterstützen, ihm helfen zu können, da geht’s ihr ein bisschen so wie mit den Tieren. Even Longer hat ja, ganz ähnlich wie Tiere, ein wirklich reines Herz. Und er will Victoria nicht nur beschützen, sondern für sie sogar über seinen Schatten springen. Für sie ist das allemal Grund genug, sich in ihn zu verlieben.

Oliver Kalkofe: Even Longer durchlebt in Neues vom Wixxer eine schwierige Phase: er ist schwer verliebt. Dadurch verändert sich alles; vorher hatte er offenbar gar keine Gefühle, jetzt hat er fast zu viele: Die geliebte Frau steht auf der Todesliste des Wixxers.

Aber auch Evens Partner und Freund steht auf dieser Todesliste. Er muss also beide beschützen und schafft das nicht mal bei einem: der Mann ist komplett überfordert! Für mich war das ganz toll, denn als Darsteller, Autor und Mitproduzent hatte ich ja selbst auch dieses Gefühl der Überforderung. Entsprechend einfach war es, mich mit dieser Rolle zu identifizieren. Hätte ich spielen müssen „Even geht’s gut und er hat alles im Griff“ – ich wäre wahrscheinlich komplett gescheitert.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_stills_07

Christian Tramitz: Was hat Much Longer, was Even Longer nicht hat?… Einen gut sitzenden Anzug, eine Bügelfalte und eine abgebrochene Lambada-Tanzausbildung! Große Film-Detektive wie Humphrey Bogart und Erik Ode sehe ich als Vorbilder für die Figur. Allerdings hat Much Longer sich in eine kriminalistische Scheinwelt zurückgezogen, in der er von der Vorstellung beherrscht wird, irgendwann als eleganter Tanzdetektiv die Welt zu retten. Dabei hat Much hat alles, was ein Held braucht: Die Attraktivität und Coolness eines James Bond und das Rhythmusgefühl des späten John Travolta.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_lord-dickham

Oliver Kalkofe: Fuchsberger ist eine ganz besondere Geschichte, denn er ist ohne Frage eine ganz große Edgar Wallace-Ikone. Außerdem hat er mich natürlich durch Kindheit und Jugend mit seinen Filmen und Fernsehshows begleitet. Und dann traf Bastian ihn beim Fernsehpreis, und am Ende versprach Blacky, dass er das Buch zu Neues vom Wixxer lesen würde – wir haben uns also hingesetzt und ihm seine Rolle wirklich auf den Leib geschrieben: Was wäre wohl aus „seinem“ Inspector geworden seit den 60er Jahren? Einige Wochen vor Drehstart hatte er schließlich auch den ersten Film gesehen – den fand er toll, war vom liebevollen Ton sehr begeistert und hat seine Meinung dazu dann auch sofort öffentlich revidiert. Nach der Lektüre des Buches zu Neues vom Wixxer sagte Fuchsberger sofort zu – und wir konnten unser Glück nicht fassen! Am Abend vor seinem ersten Drehtag habe ich auf ihn gewartet, um ihn zu begrüßen. Ich fuhr supernervös ans Set, begrüßte ihn mit den Worten: „Herr Fuchsberger, Sie glauben gar nicht wie ich mich freue, Sie hier zu sehen!“ Er antwortete: „Und was meinst Du, wie sehr ich mich erst freue!“, nahm mich in den Arm und wir waren von der ersten Minute an Freunde. Es war für uns alle fantastisch zu erleben, mit welcher Freude, Energie und Herzlichkeit er dabei war. Wie er am letzten Tag mit tschechischen Sätzen eine Abschiedsrede an das gesamte Team hielt, jeden am Set ernst nahm und statt mit Starallüren mit Enthusiasmus und voller Spielfreude dabei war. Man wird so oft nach Idolen und Vorbildern gefragt… – ich würde mir wünschen, mit 80 so zu sein wie er.

Christiane Paul: Ganz ehrlich: Ich mochte es erst gar nicht glauben, als ich hörte, dass Blacky Fuchsberger meinen Vater spielen würde. Es war eine große Ehre, eine absolute Bereicherung und ich habe tolle Gespräche mit ihm führen können!

Judy Winter: Joachim Fuchsberger habe ich vor zig Jahren kennen gelernt und finde ihn wunderbar. Und rückblickend stelle ich fest, dass er auch schon in den Wallace-Filmen diese Lässigkeit hatte. Seine Art zu spielen war für Deutschland untypisch, das fand ich sehr schön.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_sir-john

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_voelz-macher.mp3|titles=Über die Macher des Films|artists=Wolfgang Völz] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_voelz-sirjohn.mp3|titles=Über Sir Johns Verhältnis zu Long und Longer|artists=Wolfgang Völz]

Oliver Welke: Da war schon ein Privileg, einen zweiten Teil machen zu können. Wir haben versucht allen Figuren etwas mehr zu geben. Bei mir ist es der Sohn, bei Wolfgang Völz die herrlich umgesetzte Senilität der Figur „Sir John“! Wir sind extrem stolz darauf, Kollegen wie Wolfgang Völz dabei zu haben, die eben auch schon in den Originalen dabei waren. Das ermöglicht uns, auch den einen oder anderen Insider-Gag einzubauen…

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_alfons-hatler

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_herbst-ueber-seine-rolle.mp3|titles=Über seine Rolle|artists=Christoph Maria Herbst] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_herbst-hatlereven.mp3|titles=Über Alfons Hatler und Even Longer|artists=Christoph Maria Herbst] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_nvw_audiobits_selbstvertrauen.mp3|titles=Hatler: „Sie müssen einfach nur an sich selbst glauben!!!“|artists=Filmausschnitt] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_nvw_audiobits_arschloch.mp3|titles=Even Longer auf Hatlers Couch|artists=Filmausschnitt]

Christoph Maria Herbst: Alfons Hatler ist seit dem ersten Wixxer vom Butler zum Leiter einer Irrenanstalt aufgestiegen – als Werdegang ist das der klassische Weg von fast allen, die den akademischen Weg gegangen sind: Kommst du aus einem nicht allzu begüterten Elternhaus, kommt das Bafög so eben gerade nicht für dich in Betracht, weil du dafür doch zu viel gespart hast. Und hast du kein Problem damit, dein Schlafmanagement so zu gestalten, dass du auch mal tagsüber ruhst, dann hast du keine andere Wahl, als dir zur Finanzierung deines Studiums einen Nebenjob zu suchen – den hatte Alfons seinerzeit beim Earl of Cockwood gefunden. In Neues vom Wixxer leidet das Publikum mit ihm, weil sich seine Jennifer von ihm getrennt hat, es leidet, weil er mit seinem Aussehen gestraft ist, es leidet, weil er nicht mal seine Sprechweise in den Griff kriegt und es freut sich, dass sich da Filmleute aus deutschen Landen ganz schön was trauen. Hatler bleibt dabei Humanist und Intellektueller, Künstler und Eremit und wäre in allen Kultursendungen, (mindestens aber bei Anne Will) Dauergast, wäre er nicht in diesem Körper gefangen. Der Spaß darin, eine solche Figur zu spielen, besteht zunächst mal darin, mit Kollegen und Freunden zusammen eine gute Zeit zu verbringen, und die hatten wir sowohl während der Dreharbeiten zu Teil Eins als auch jetzt wieder. Dann gefiel mir von Anfang an das Buch und der Hatler war schon immer ein schönes Kabinettstückchen, das sich eine Rampensau, wie ich es sein kann, nicht entgehen lässt, ohne zu leiden. Die Mundwinkel beim Sprechen nach unten ziehen, sich beim Sprechen eine heiße Kartoffel im Mund vorstellen, die Stimme hie und da kieksen lassen und unwillkürlich mal ein bisschen schreien, wenn keiner damit rechnet, kommt noch dazu und fertig war dieses lustige Abziehbild. Mithin, schwierig war so gar nichts dabei; Und wenn sich jetzt einige Kritiker auf Alfons Hatler einschießen, dann werde ich denen überhaupt nichts entgegnen. Wer zum Lachen in den Keller geht, dem kann ich nichts entgegnen…

portfolio_film_neues-vom-wixxer_stills_09

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_welke-ueber-seine-rolle.mp3|titles=Über seine Rolle|artists=Oliver Welke] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_nvw_audiobits_brinkman.mp3|titles=In der Gerichtsmedizin|artists=Filmausschnitt]

Oliver Welke: Ein konkretes Vorbild hat der kluge Yard-Pathologe Dr. Brinkman nicht. Der Name ist – klar – eine Hommage an den großartigen Leiter der Schwarzwaldklinik. Und natürlich ist uns aufgefallen, dass inzwischen kaum ein Krimi ohne die Figur des Gerichtsmediziners auskommt, der sich eher ungefragt in die Arbeit der ermittelnden Beamten einmischt. Brinkman ist da ganz anders, er interessiert sich überhaupt nicht für die Ermittlungen, er möchte in erster Linie seine Ruhe haben. Brinkman ist alleinerziehender Vater, und in dieser Rolle geht er auf: so desinteressiert er an der Arbeit ist, so aufopferungsvoll kümmert er sich um seinen Sohn.

Und weil der Autor Welke ganz genau weiß, dass er im Gegensatz zu anderen Mitwirkenden alles andere als ein Schauspieler ist, hat Dr. Brinkman auch nicht viel mehr Raum in der Geschichte. Ich bin Moderator mit Comedy-Background und habe mit Olli Kalkofe für das Frühstyxradio auch sehr viele Figuren gesprochen – aber ein gelernter Schauspieler bin ich nun mal nicht. Ich hätte mir schlicht und einfach nicht zugetraut, einen größeren Part zu übernehmen. Gerade wenn man Autor ist, muss man darauf achten, dass der Film nicht an der eigenen Eitelkeit Schaden nimmt. Und stattdessen anderen die Gags schreiben.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_victoria-dickham

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_paul-evenvictoria.mp3|titles=Über Even Longer und Victoria|artists=Christiane Paul] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_kalkofe-evenvictoria.mp3|titles=Auch über Even Longer und Victoria|artists=Oliver Kalkofe]

Christiane Paul: Victoria ist die Tochter von Lord Dickham, dem legendären Ex-Chef von Scotland Yard und die Frau, an die Even Longer sein Herz verloren hat. Sie ist eine Tochter aus gutem Hause, die ihren Vater über alles verehrt. Sie hat natürlich bestimmte Vorstellungen von ihrem Leben und versucht, sie durchzusetzen. Man mag ihr Verhalten – von außen betrachtet – etwas grenzwertig finden. Aus ihrer Sicht aber ist es absolut stimmig, ist es doch auch das Resultat der Langeweile einer Tochter aus guter Familie und den damit verbundenen Aspekten wie Ehrgeiz und Machtstreben – zum Beispiel dem Wunsch, Papi zu beweisen, was sie kann. Darüber darf man aber nicht vergessen, dass Victoria auch eine Art „politische Motivation“ hat: Sie hat schließlich ein großes Herz für Tiere… Im Grunde ist Ihr Tun von positiven, hehren Gedanken beherrscht. Auch wenn sie dabei gelegentlich ein bisschen über die Stränge schlägt ist sie sicher nicht die 60er Jahre-Variante dessen, was man heute als „Luder“ bezeichnet.

Sonja Kirchberger: Das Verhältnis von Lady Dickham zu ihrer Tochter Victoria ist, vorsichtig formuliert, ein wenig angespannt. Lady Dickham ist aber weder die böse Stiefmutter, wie wir sie schon als Kinder aus den Märchenbüchern kannten, noch tobt zwischen beiden ein Generationenkonflikt. Das Problem lässt sich ganz einfach auf den Punkt bringen: Lady Dickham erträgt absolut nichts neben sich, was Körpertemperatur hat

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_hudson

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_howland-ueber-seine-rolle.mp3|titles=Über seine Rolle|artists=Chris Howland] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_howland-wallace.mp3|titles=Über die Besetzung legendärer Wallace Stars|artists=Chris Howland]

Sonja Kirchberger: Der leicht skurrile Butler Hudson begegnet Lady Dickham mit herzlicher Respektlosigkeit. Warum sie den Mann nicht längst gefeuert hat? Ihr schlichtes Gemüt macht sie ganz einfach spottresistent, und „schlicht“ ist in ihrem Fall ein Hilfsausdruck, denn Lady Dickham ist mental ein Einzeller und dazu so eitel, dass Sie für die Außenwelt nicht mehr erreichbar ist. Herr Howland, der den Butler Hudson spielt, ist mit Herrn Fuchsberger einer von zwei außergewöhnlichen Kollegen, denen ich begegnen durfte und die einen überwältigenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_cast_schwester-lucipha

[audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_winter-ueber-ihre-rolle.mp3|titles=Über ihre Rolle|artists=Judy Winter] [audio:portfolio_film_neues-vom-wixxer_winter-luciphaeven.mp3|titles=Über Schwester Lucipha und Even Longer|artists=Judy Winter]

Judy Winter: Als ich abgedreht war hatten die schon so sechs oder sieben Minuten zusammengeschnitten und das hab ich mir angeguckt und fand es wirklich irrsinnig humorvoll und witzig, was ja auch ein Unterschied ist. Und, ja, der Dreh hat einfach auch unheimlichen Spaß gemacht.

Produktionsnotizen

postteaser_portfolio_film_neues-vom-wixxer_produktionsnotizen

Das macht alles dramaturgisch Sinn! Und das Schöne ist: das geht in diesem Film fast immer so. Dass es Neues vom Wixxer – gibt, war nicht einmal eine Überraschung.
Bereits als 2004 Der Wixxer ins Kino kam, verkündete Oliver Kalkofe (damals meist ungefragt), dies sei erst der Anfang. Der Anfang einer ganz korrekt auf drei Teile angelegten Trilogie…

Die Trilogie hat allein schon deshalb ihre Berechtigung, weil damit jeder der Autoren die Gelegenheit hat, jeweils einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss zu schreiben: Wie schon beim Wixxer ist das Drehbuch ein Gemeinschaftswerk der Großen Drei des deutschen Kriminalfilms: Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Bastian Pastewka schicken Inspector Very Long und Chiefinspector Even Longer auf ein zweites großes Abenteuer im Kampf gegen das Böse.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_produktionsnotizen_01

Qualität ist also garantiert – nur ist sie diesmal noch eine ganze Stufe höher. Die Krimigeschichte ist noch spannender, die Gags sind noch komischer und die Charaktere zeigen eine menschliche Tiefe, wie sie so tief nach dem ersten Teil nun wirklich nicht zu erwarten war. Geblieben ist letztlich nur eins: Einmal mehr sieht das Publikum einen Film nach garantiert keinem Roman von Edgar Wallace.

Produziert hat den Film auch diesmal Christian Becker mit der Rat Pack Filmproduktion. Bei der Regie vertraute er auf das junge Duo Cyrill Boss und Philipp Stennert.

portfolio_film_neues-vom-wixxer_produktionsnotizen_02

Produzent Christian Becker über die Wallace-Filme und Horst Wendlandt

Vielleicht einfach, weil vier Augen die unglaublich verzwickten Handlungsstränge eines Krimis klassischer Machart besser im Blick behalten können als zwei. Möglicherweise auch, weil sie zur Zeit der Wallace-Filme noch nicht auf der Welt und deshalb prädestiniert waren, ganz unvorbelastet einen Film nach keinem Roman dieses Autors zu drehen. Eventuell auch, weil sie sich bereits seit mehreren Jahren kennen und zusammenarbeiten. Ganz sicher aber, weil sie bereits bei den Filmen der „Märchenstunde“ ihr Talent bewiesen haben, eine gelungene Kombination aus Unterhaltung und Thrill zu inszenieren. In Märchen geht es bekanntermaßen kaum zimperlicher zu als in Kriminalfilmen.