Peer Augustinski | 25. Juni 1940 – 3. Oktober 2014

Foto: Wikipedia/Helen Krüger

Foto: Wikipedia/Helen Krüger

Ach, Peer Augustinski. Er war einer, der nie losgelassen hat – einfach, weil das im Drehbuch nicht vorkam. “Ich kann dir nur helfen, wenn du dir was wünschst! Sag einfach: ‘Dschinni, ich möchte, dass du mir das Leben rettest!’ Mensch, sag’s schon!” Disney’s Dschinni, gesprochen von Robin Williams, gesprochen von Peer #Augustinski, hilft seinem Schützling Aladdin noch beim Wünschen und rettet ihn so aus einer Patsche nach der anderen.

Das war 1992.

Jetzt, 22 Jahre später, ist Peer Augustinski gestorben. Der Dschinni, gesprochen von Robin Williams, war verstummt. Liebe Freunde, dieses Jahr ist wirklich nicht freundlich. So viele von den Großen, den Beschützern der Traumwelten unserer Kinder- und Jugendtage werden abgerufen … Da denkt man noch vor kurzem: “Es ist ein kleiner Trost: wenn man die Augen schließt und Peer Augustinski hört, wird es ein wenig so sein, als sei Robin Williams nicht gestorben” und dann – “It’s barbaric, but hey – it’s home” (Aladdin) – ist es plötzlich still … Peer Augustinski ist tot, ein Leuchtfeuer der deutschen Unterhaltung, DIE deutsche Stimme von Robin Williams, und er hat Übermenschliches geleistet in dieser Rolle: kaum ein Comedian sprach so schnell wie Robin Williams, war ein solcher Meister von Verstellung, Rollenwechseln und Dynamik, von einer Stimme zu anderen hüpfend wie ein Känguru auf Speed – und Peer Augustinski ging das alles mit, und er tat es scheinbar mühelos: unvergessen die deutschen Fassungen von GOOD MORNING VIETNAM (sein Einstand im Synchrongeschäft) oder DISNEY’S ALADDIN …

Peer Augustinski war von einem Schlag Fernsehunterhalter, wie sie immer weniger werden: ausgebildeter Schauspieler, Multiinstrumentalist – wo gibt’s das heute noch in einer Unterhaltungslandschaft, in der die Meisten ohne Teleprompter und Playback aufgeschmissen sind. Theaterarbeit, zehn Jahre davon, und nicht irgendeine launige Castingshow sondern die Ausbildung am Berliner Max-Reinhardt-Seminar und Jahre an deutschen Repertoirtetheaten liegen hinter Augustinski, als er Mitte der 1970er von Michael Pfleghar ins Fernsehen, sprich zu KLIMBIM, geholt wird und, wie alle Herausforderungen zuvor, das Klamaukfach schultert und, weil das Wünschen hilft, stemmt: KLIMBIM wird Kult und er festes Ensemblemitglied – und Fernsehen in den 1970ern war harte Arbeit: wenn ein Text kam, packte man sich den drauf, auswendig, und in Proben und er war abrufbar, der Text, wann immer KLIMBIM-Diktator Michael Pfleghar Proben ansetzte.

Und dann, wieder ein Jahrzehnt später, noch eine Karriere: mit GOOD MORNING VIETNAM gibt er seinen Einstand als deutsche Stimme von Robin Willams – so fulminant, dass er dessen Stammsprecher wird – in einer Symbiose, wie wir sie von Louis de Funès und Gerd Martienzen kennen.

Lange her, die Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat…

Natürlich machte Peer Augustinski keinen Hehl aus dem Wunsch, dass nach seinem Schlaganfall kurz nach der ersten Runde einer beispiellos erfolgreichen Revival-Tournee der KLIMBIM-Familie Mitte der Nullerjahre wieder alles wie früher werden möge; er war ja auch gleich zur Stelle, das Seine dazu beizutragen, hat sich wie ein Berserker in die Reha und, so gut es ging, in die Arbeit gestürzt. Er, einer aus der Generation der TV- und Theatertiere, die Leben und Beruf mit ein und derselben Besessenheit betrieben, ohne Lobby und doppelten Boden, aus eigener Kraft und überzeugt davon, es werde schon gut gehen, wenn man sich reinhängt und weil das Wünschen ja immer hilft. So wie die anderen aus dem KLIMBIM-Ensemble, mit denen er 2005 noch einmal auf Bühnentournee gegangen war dem Ruf von Horst Jüssen folgend, der 2008 starb, zwei Jahre nach KLIMBIM-Kollegin Elisabeth Volkmann.

Und irgendwann hilft das Wünschen nicht mehr – …

… oder vielleicht hat ihm einfach jemand gesagt, dass er loslassen darf und dann kann man ihn sich plötzlich vorstellen, Abschied nehmend, in einem Hawaiihemd, wie Aladdins Dschinni: “So, jetzt such ich mir einen anderen Ort, wo ich mein Unwesen treiben kann – auf Wiederseeeh’n!” …

Ich würde es ihm wünschen.

DANKE, Peer Augustinski!

Bastian Pastewka

Paul Temple, Wahn-witzig

bp_pt_eltzhof-ausverkauft_#2


Fotos: Inga Busch: © Wolf Busch | Kai Magnus Sting: © Harald Hoffmann | Alexis Kara: © Willi Weber |Janina Sachau: © Jean Pascal Zahn

16.11.2014 | 20:00 Uhr | Eltzhof Saal | Bastian Pastewka & Komplizen | Paul Temple und die Affäre Gregory

Liebe Freunde der gepflegten Hörspiel-Performance! Wahn.Witzig im Eltzhof ist eine wahnwitzige Veranstaltungsreihe im Eltzhof in Köln-Wahn. Da gibt es Kabarett, Comedy, A Capella, Lesungen und vieles mehr. Und unser Paul Temple ist schon ausverkauft! Die Komplizen und ich, wir, freuen uns! Sie können aber noch Karten für weitere Gastspiele unserer Durbridge-Adaption ergattern. Schauen Sie doch einfach mal hier vorbei

Herzlichst, Ihre

Bastian Pastewka

Ros Drinkwater

Joachim “Blacky” Fuchsberger | *11.03.1927 – † 11.09.2014

blacky-fuchsberger

Es war diese bedingungslose Hingabe an alle seine Filme, Shows und Talkshow-Auftritte, die ihn auszeichnete. Er hielt sich für einen Darsteller, nicht für einen Schauspieler; für einen Entertainer, aber keinen Show-Master; für einen Sympathieträger, aber nicht für eine Legende.

In meinen Augen ist er für immer der generationenübergreifende Sir Joachim Fuchsberger, der seine Kunst auf allen Feldern perfekt beherrschte ohne zu herrschen. Bei den Dreharbeiten zu NEUES VOM WIXXER hörten wir Jüngeren stundenlang zu, wie unser Freund Blacky lustige Geschichten aus der Edgar Wallace-Zeit erzählte und wie er einst mit Klaus Kinski mal im Flugzeug…da war was los! Es war einfach großartig, seinen Verrücktheiten zuzuhören und den Schelm in ihm immer wieder neu zu entdecken.

Er hat mir einmal gesagt, dass zu seiner Zeit (und ich wusste nie welche er meinte, denn diese Zeit hatte nie aufgehört zu existieren, aber er bezog sich wohl auf die 1950er und frühen -60er Jahre) alles anders war. Man habe sich als Künstler damals entscheiden müssen, ob man Kino oder Fernsehen machen wollte. Entweder oder. Und dass es nur die eine oder andere Festlegung gegeben habe, die vom bundesdeutschen Nachkriegs-Publikum akzeptiert wurde. Alles andere wäre unmöglich gewesen. Ich nickte artig und erst 5 Stunden später fiel mir auf, dass Fuchsberger wieder einmal aus verinnerlichter Bescheidenheit seinen eigenen Weg ausgeklammert hatte. Denn er war ja zu dieser Zeit erfolgreich auf beiden Seiten: er war Kinostar in „08/15“, dem „Gasthaus an der Themse“, den „Toten Augen von London“ usw., und zugleich ein gefeierter Quiz-Show-Host. Den Titel seiner Ratesendung „Nur nicht nervös werden“ brachte Fuchsberger in „Die seltsame Gräfin“ unter, er sagte ihn zu sich selbst während er sich von einer Zwangsjacke befreite, natürlich im gefährlichen Zweikampf mit Ober-Schurke Klaus Kinski. Was für ein Symbol für sein glorreiches Schaffen.

Heute erreichte uns die Nachricht, dass Joachim Fuchsberger im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Ich bin sehr traurig und denke an seine Familie, seine herzliche und kluge Frau Gundel. Und an Blacky Fuchsberger als Detective Richard Gordon aus „Der Frosch mit der Maske“ und seinen legendären Pfeifentrick.

Lieber Blacky!

Ich werde Dich nie vergessen.

Bastian Pastewka