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Ein Abend mit Bastian Pastewka und Olli Dittrich

Hamburger Kammerspiele, 29. und 30.11. sowie 6. und 7.12.2002 und Pantheon Bonn 29.-31.12.2002

Was bedeutet es, eine Comedyshow mit Olli Dittrich zu machen? Sie, liebes Publikum, haben die Tour mit Olli Dittrich von 2002-2004 zu einem großen Erfolg gemacht. Zunächst mal: Wir kannten uns gar nicht richtig! Man glaubt immer das Gegenteil, weil ehemalige TV-Comedians ja sicher alle nett sind (was schon mal nicht stimmt), sich sowieso beruflich nahe stehen und deshalb ohnehin eine Sprache sprechen!

Jaaaaa, teilweise – Komiker arbeiten ja schon auf einem Level miteinander, aber eben doch unterschiedlich. Mit Ingolf Lück z. B. habe ich über die Jahre Comedy-Theorien entworfen, die uns beiden auch immer weitergeholfen haben. Wir wollten, glaube ich, die Adornos der Wochenshow werden. Ging aber nicht, weil Markus Profitlich zum Beispiel ein Mann der Tat ist und das Haus aus dem Stand rockt, ohne uns vorher zu fragen, wie man das macht. Mit Marco Rima darüber zu diskutieren, wie man am lustigsten gegen einen Türpfosten rennt ohne sich zu verletzten, ist absolut unmöglich, weil er es einfach kann ohne zu wissen warum! Hier greift ohnehin die von Anke Engelke aufgebaute „M“-Theorie. Ihr zufolge gibt es in Deutschland drei Komiker, die die Gnade eines biegsamen komischen Körpers erhalten haben – und das sind Mirco Nontschew, Markus Maria Profitlich und Marco Rima – deren Namen eben mit M beginnen. So einfach ist das also!

Olli Dittrich und ich nun haben uns erst im Jahre 1999 das erste Mal gesprochen. Bei der ECHO-Verleihung. Ich weiß nicht mehr, wie es dann weiterging, aber Anfang 2002 hat Rita Baus, Chefin des wunderbaren PANTHEON-Theaters in Bonn, Olli angesprochen, und ihn zu einem Auftritt mit seiner Band „Die Affen“ bewegen können. Das erste Konzept sah vor, einen Überraschungsgast in diese Bühnenshow einzureihen. Da hat er mich gefragt und schon war uns klar, das wir einen schönen gemeinsamen Comedyabend gestalten mussten! Da kannten wir uns immer noch nicht! Wäre doch schön, wenn man ein bisschen was vom anderen wüsste, während man zusammen auf der Bühne steht?!?…

So zwei Monate vorher habe ich dann einfach die Karten auf den Tisch gelegt: „So, ich bin der Bastian! Ich bin echt gegen Krieg, mag STAR TREK, bin spontan, mehr so locker und, ey, das wird schon laufen… – oder?!?“ Ungefähr so. Dittrich sagt dann meistens so was wie: „Ja, jetzt mach Dir mal keine Sorgen, alles Beste Bohne! Wir sind doch alte Nasen, die das Geschäft kennen und hier jetzt gar nicht groß die Welle voreinander machen müssen! Ich freu mich unglaublich auf die Sache, nichts begeistert so sehr wie die eigene Begeisterung!“ Niemand hat mir jemals origineller gesagt, daß man auch redet, wenn man schweigt! Aber ich kann das so nicht! Ich muss jeden Tag Emails schicken mit ach so lustigen neuen Ideen und hier noch ein Einfall und da noch ein „Wir können ja auch…“

Gut, das kam dann schon noch! Wir haben sehr lange für die Show geprobt – und da wir auch einen lange Strecke zusammen singen und Instrumente spielen, wurden eben die Noten, Akkorde und Chorsätze zu so etwas wie Trauzeugen oder Partnertherapeuten. Diese ersten Auftritte im September 2002 wurden somit zur Feuertaufe für die Kompatibilität von „O“- und „B“-Komikern; Und wo lernt man sich besser kennen als auf der Bühne?… Was ein Leben!…